Ein sachtes „Nein“…

„Nein.“ sagte er ganz sachte, während er noch leise lachte und die Treppen hinunter stieg. Er fuhr nun schon zum zweiten mal mit der U-Bahn. Auch jetzt nach seinem Gespräch, warum? Das wusste er nicht. Die U-Bahn hatte knapp zwei Jahrzehnte zur Fertigstellung gebraucht, und nun war sie da, seit einem Monat. Niemand hatte geglaubt sie würde noch fertig gestellt. Eigentlich verwendete er sie sonst nie – sie verband nur die noch nicht umgesiedelten Teile der Universität mit dem Einkaufszentrum am anderen Ende der Innenstadt. Vom Rest der früheren Einkaufspassage war nichts übriggeblieben, denn beim Bau der U-Bahn lief nicht alles glatt, wenn man das so euphimistisch sagen darf. Aber darum ging es eigentlich gar nicht, niemand redete mehr über die U-Bahn. Die meisten Einwohner seiner Stadt hatten sie damit abgefunden und meideten das Gebiet einfach. Und so war er denn auch alleine in der U-Bahn die ihn zurück zu den Resten der Universität brachte, von wo aus er nach Hause lief. Er hatte eines dieser komischen Gespräche geführt, die ihn verloren zurückließen. Das Gespräch ging wie so oft um privates, welche sein Gegenüber mit den Worten „Bist du nun sauer auf mich?“ zu enden pflegte. Worauf er immer, teils aus Gewohnheit, teils aus der Gewissheit um den rhetorischen Charakter der Frage, mit einem sanften „Nein.“ antwortete.

Samstag morgen Gedanke

Es war Samstag. Samstag morgen. Es regnete und stürmte die ganze Zeit. Draußen war nichts los – selbst die Katzen verkrochen sich und Menschen sah man draußen nur in Autos – freiwillig tat sich niemand dieses Wetter an. Und es war Juni. Ein verregneter Juni morgen irgendwo in Deutschland. In einem Deutschland in dem sich jeder gerade über das Wetter aufzuregen schien, in einem Deutschland das gerade den verregnetsten Mai seit Jahrzehnten überstanden hatte und der Juni kein Besserung versprach. „Im Sommer regen sich die Leute auf, weil es zu warm ist, im Winter weil es zu kalt ist,“ sagte einmal ein Unbekannter. Es stimmte. Als Wettergott muss es deprimierend sein – man kann es den Menschen einfach nicht recht machen. Der Regen wechselte langsam in ein Tröpfeln und die Termometer begann auf ungeahnte Höhen (10 Grad) zu steigen. Und ich saß nur im Haus und tippte diese Zeilen.